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R.I.P single.de

Einst von der webpool GmbH ins Leben gerufen, gehörte single.de wohl zu einer der ersten Singlebörsen in Deutschland. Dabei ging es bei single.de nicht nur um Partnersuche und nicht jedes Mitglied war single.

Neben den obligatorischen Kontaktanzeigen konnte man mit lustigen Stickern auf sich aufmerksam machen, Sympathien bekunden oder auch mal Kritik äußern. Man konnte Artikel schreiben, die vor Veröffentlichung einer Art Qualitätskontrolle standhalten mussten, und man konnte die Artikel anderer kommentieren und bewerten. Je nach Jahreszeit gab es virtuelle Spiele - im Sommer die Wasserschlacht, im Winter die Schneeballschlacht, zu Halloween süßes oder saures und noch einiges mehr. Alles in allem ein netter kleiner Zeitvertreib für zwischendurch und dabei eine Möglichkeit der Kontaktaufnahme.
Natürlich gab es auch viele reale Treffen, u.a. zum Bowling oder zum Festival der Volksmusik in Schlema.

Irgendwann kam der erste Relaunch der Seite, dann der nächste und der nächste und mit jedem Relaunch sank die Qualität des Angebotes. Die Einführung einer kostenpflichtigen Klubmitgliedschaft sollte das Niveau der Seite wieder anheben, doch ich hatte eher den Eindruck, dass dies nach hinten los ging.

In den letzten Jahren trieben sich immer mehr Idioten auf der Seite rum, die Artikel wurden nicht mehr geprüft, so dass neben Zweizeilern, Verweisen auf Youtube-Videos und Stammtischgelaber immer öfter persönliche Abneigungen und Differenzen auf diese Art öffentlich ausgetragen wurden.
Ab und zu habe ich mich noch eingeloggt um mit ein paar alten Bekannten Kontakt zu halten, doch auch die haben sich nach und nach von der Seite verabschiedet.

Als single.de von freenet aufgekauft wurde, hatte ich das Gefühl, dass das Niveau der Seite noch weiter abgefallen ist. Da freenet eine eigene Single-Community betreibt, war mir schon klar, dass die Konkurrenzseite früher oder später platt gemacht wird. Im Laufe des letzten Monats wurde dann die Zusammenlegung der beiden Communities angekündigt und seit dieser Woche existiert single.de in seiner ursprünglichen Form nicht mehr.

R.I.P

Die Url single.de verweist jetzt auf singles.freenet. Ein Grund meinen Account endgültig zu löschen, doch der Versuch mich mit meinen Zugangsdaten einzuloggen scheiterte. Ich bekam eine Meldung, dass der Login für alle freenet-Services deaktiviert sei und einen Verweis auf das Kontaktformular. Um dies zu nutzen muss ich allerdings eingeloggt sein.
Über die Serviceemail bekomme ich nur einen Standardtext, der wieder auf das Kontaktformular verweist. Mir blieben jetzt noch der Postweg oder eine 0900-Abzocknummer. Meinen Account mit allen Daten zu löschen wird also teuer und ist mit der Weitergabe meiner Daten (Name, Anschrift etc.) an freenet verbunden. Ich glaube, da lasse ich lieber den Account auf Halde und hoffe darauf, dass freenet irgendwann die alten ungenutzen Accounts ins Datennirvana schickt.

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